Die Verkehrsunfallstatistik für Brandenburg im Jahr 2025 zeigt ein ambivalentes Bild: Während die Gesamtzahl der registrierten Unfälle marginal gesunken ist, stieg die Zahl der Verletzten und Getöteten. Es wurden 11.065 Menschen verletzt (2024: 10.965) und 127 Verkehrsteilnehmer verloren ihr Leben (2024: 114). Insgesamt wurden im Jahr 2025 73.658 Verkehrsunfälle erfasst (2024: 73.543). Die Daten verdeutlichen, dass die Verkehrssicherheitsarbeit trotz bestehender Maßnahmen weiterhin intensiviert werden muss, um alle Verkehrsteilnehmenden bestmöglich zu schützen. Brandenburg will deshalb die Verkehrssicherheit weiter stärken, besonders für ungeschützte Verkehrsteilnehmende. Ziel bleibt Vision Zero: keine Toten im Straßenverkehr.
Hauptunfallursachen: Geschwindigkeit, Abstand und Vorfahrt
Unangepasste Geschwindigkeit bleibt der größte Risikofaktor im Straßenverkehr. 2025 führten 6.377 Unfälle auf Brandenburgs Straßen auf zu schnelles Fahren zurück, knapp 2.610 Menschen wurden verletzt, 62 verloren ihr Leben. Ein Großteil der tödlichen Unfälle geschah außerorts, vor allem auf Landes- und Bundesstraßen sowie Autobahnen.
Nicht eingehaltener Sicherheitsabstand ist die zweithäufigste Unfallursache. Im letzten Jahr sind 5.911 Unfälle (2024: 5.832) darauf zurückzuführen, 1.725 Personen wurden verletzt, sechs starben. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein konstantes Unfallniveau.
Auch bei der dritten großen Unfallursache zeigen sich deutliche Risiken: Wer Vorfahrt oder Vorrang missachtet, setzt sich und andere erheblich in Gefahr. 2025 kam es zu 4.536 Unfällen, das sind 5,1 % mehr als im Vorjahr (4.317).
Abbiege- und Überholfehler tragen weiterhin erheblich zum Unfallgeschehen bei: 2.585 Unfälle waren 2025 auf Fehler beim Abbiegen zurückzuführen, 2.076 auf Fehler beim Überholen.
Verkehrsunfälle im Land Brandenburg

Verkehrsverletzte im Land Brandenburg

Verkehrsunfalltote im Land Brandenburg

Rausch am Steuer: 2025 noch zu viele Unfälle unter Alkohol und Drogen
2025 ereigneten sich in Brandenburg 1.104 Unfälle unter Alkoholeinfluss, knapp unter dem Vorjahreswert von 1.134. Unter Drogeneinfluss kam es zu 234 Unfällen, davon 119 durch Cannabis (THC), bei denen 57 Menschen verletzt wurden. Verkehrsminister Detlef Tabbert warnt: „Die Unfallzahlen zu Alkohol- und Cannabiseinfluss im Straßenverkehr geben weiterhin Anlass zur Sorge. Wer trinkt oder kifft – schlimmstenfalls sogar beides zusammen macht und danach fährt, gefährdet sich und andere. Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass sich niemand mehr im Rausch ans Steuer setzt.“
Mehr Schutz für Kinder und Senioren auf Brandenburgs Straßen notwendig
Kinder und Senrior:innen gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen im Straßenverkehr. 2025 gab es in Brandenburg 755 Unfälle mit Kindern bis 14 Jahren, 661 wurden verletzt, besonders tragisch: zwei verloren ihr Leben. Schulwegunfälle gingen leicht zurück, rund die Hälfte entstand durch eigenes Fehlverhalten der Kinder. Deshalb ist es entscheidend, dass Erwachsene vorausschauend fahren, Schulwege und Spielstraßen sicher gestalten und Kinder aktiv im sicheren Verhalten im Straßenverkehr schulen, um Unfälle zu vermeiden. Die Verkehrsunfallentwicklung mit der Beteiligung von Senior:innen ab 65 Jahren stieg auf insgesamt 19.182 Verkehrsunfälle an (2024: 18.525), 3.436 wurden verletzt, 49 starben. Die meisten Unfälle bei älteren Verkehrsteilnehmenden ereigneten sich innerorts, oft durch Missachtung von Vorfahrt und Vorrang.
Diese Zahlen machen deutlich: Straßenverkehrssicherheit betrifft uns alle. Besonders Kinder und Senioren, aber auch junge Erwachsene, brauchen gezielte Schutzmaßnahmen, sichere Wege und eine aufmerksamere Verkehrsumgebung, damit alle unversehrt ankommen.
Maßnahmen für besseren Verkehr
Das Land Brandenburg setzt weiterhin auf sichere Infrastruktur, gezielte Präventionsarbeit und Kampagnen. Besonderer Schwerpunkt liegt auf Fußverkehr, Schulwegsicherung und Aufklärung von Risikogruppen.
Im letzten Jahr standen Fußgänger besonders im Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit vom Land Brandenburg: In drei Pilotkommunen (Frankfurt (Oder), Finsterwalde und Zeuthen) wurden Schulwege, Querungen, Beleuchtung und Aufenthaltsqualität geprüft, gemeinsam mit Bürger:innen und Fachpersonal Verbesserungen erarbeitet. Die Ergebnisse fließen in künftige Maßnahmen ein, um den Fußverkehr landesweit sicherer und attraktiver zu gestalten.
Das Verkehrssicherheitsprogramm 2034 soll die Grundlage für weitere Maßnahmen bilden.
Weitere Details sind in der offiziellen Pressemitteilung vom 24. Februar 2026 des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung nachzulesen. Die vollständige Verkehrsunfallbilanz 2025 der Polizei Brandenburg ist hier zu finden.








